11. März 2019

Mentroing

So gelingt der Aufstieg mit einem Mentor

Mit Unterstützung gehts leichter: Immer mehr heimische Unternehmen bieten interne Mentoring-Programme für angehende Führungskräfte an. So etwa auch Mircrosoft.

„Das wichtigste ist: Mentorship beruht auf Gegenseitigkeit, es ist keine Einbahnstraße“, sagt Christina Wilfinger, Director Solution Sales bei Microsoft Österreich. Mentoring ist also nicht einfach eine „Dienstleistung“, auf die Trainees oder junge Mitarbeiter – etwa wie beim Coaching – zugreifen können. Ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis sei wichtig – „und dass Mentor und Mentee auf einer Wellenlänge sind“, so Wilfinger. Im Idealfall profitieren davon beide Seiten: Der Mentee von der Erfahrung und dem Wissen des Gegenübers, und auch Christine Wilfinger als Mentor kann „von jedem Termin etwas mitnehmen: Aus anderen Situationen zu lernen und für sich selbst daraus etwas herauszuziehen – das ist der größte Mehrwert für mich.“

Microsoft-Österreich-Managerin und Mentorin Christina Wilfinger:
“Der Mentee braucht jemanden zum Reflektieren” ©Microsoft

Idee aus den 70ern.
Die Idee gibt es dabei schon lange, als Instrument der Personalentwicklung kam Mentoring in den 70er-Jahren in den USA auf, Ende der 90er griffen auch heimische Unternehmen das Konzept auf. Mittlerweile bieten einige vor allem Technologie- und Industriebetriebe Mentoring an – darunter etwa der Zulieferer Miba, die OMV, Henkel, IBM oder der Logistiker Knapp. Das Prinzip: Ein erfahrener Manager – der Mentor – weist eine Nachwuchskraft – den Mentee – in die ungeschriebenen Gesetze, Spielregeln, Prozesse des Unternehmens ein – und hilft auch bei der Vernetzung.

„Aus der direkten Vorgesetztenlinie macht Mentoring keinen Sinn.”

Christina Wilfinger, Director Solution Sales bei Microsoft Österreich

Doch Mentoring geht auch darüber hinaus: „Ab und zu finden Termine statt, wo die Mentees in einem Safe Environment einfach mal Dampf ablassen können. Es ist auch schon passiert, dass ich vom Mentee eine kurze SMS bekomme ob ich abends kurz Zeit habe, um ein konkretes Thema telefonisch zu besprechen“, erzählt Wilfinger aus der Praxis. Sie selbst habe im Schnitt vier bis fünf Mentees, die sie im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen trifft. Der Zeitpunkt ist dabei nicht unwesentlich: „Raus aus einem anderen Termin, um sich schnell mit dem Mentee zu treffen, funktioniert nicht. Ich nutze Mentoring gern zu Morgen- oder zu Mittagsterminen. Am Ende des Tages wiederum ist das Energielevel nicht mehr so hoch.“

Safe Environment als Voraussetzung.
Grundsätzlich sollen Mentor und Mentee nicht in derselben Abteilung arbeiten, denn Mentoring „macht aus der direkten Vorgesetztenlinie keinen Sinn“, sagt Wilfinger, „da ist ein Safe Environment nur bedingt möglich.“ Grundsätzlich gehe es darum, Sparringpartner zu sein. „Der Mentee braucht jemanden zum Reflektieren, jemand, der mit einer Hubschrauberperspektive auf die Situation schauen kann und Tipps und Anregungen gibt.“ Dabei muss der Mentor nicht zwingend im selben Land arbeiten: „Oft ist es hilfreich, wenn man jemanden sucht der dieselbe Rolle hat und vielleicht in Schweden, Italien oder Ungarn sitzt.“ Wilfinger selbst hat ebenfalls einen Mentor „aus einer anderen Zeitzone“. Denn auch sie müsse sich ständig weiterentwickeln und hinterfragen – „und dafür brauche ich auch einen Sparringpartner. Man lernt eben nie aus.“


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